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Mosambikaner auf Gegenbesuch bei Gasnetz Hamburg

Azubi-Hilfsprojekt mit interkulturellem Austausch

• Afrikaner erleben Ausbildung in Schule und Lehrwerkstatt
• Freundschaften über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg
• Gemeinsames Projekt in Mosambik lief 2018

Hamburg-Tiefstack. Elf afrikanische Berufsschullehrer und Bildungsvertreter aus der mosambikanischen Stadt Inhabane besuchen derzeit Hamburg. Hier lernen sie deutsche Lern- und Lebenswelten kennen. Die portugiesisch sprechende Delegation pflegt bei diesem Gegenbesuch enge Freundschaften mit Auszubildenden von Gasnetz Hamburg. Die Nachwuchskräfte des städtischen Unternehmens hatten 2018 das südostafrikanische Mosambik besucht. Gemeinsam mit Ausbildern und zwei Lehrern ihrer Berufsschule 13 am Schlump hatten sie mit einheimischen Schülerinnen und Schülern Hilfsprojekte realisiert: Innerhalb von drei Wochen setzten sie in Inhambane die Wasserversorgung einer Tourismusschule, die Tiefbrunnenpumpe einer Gesundheitsschule und die Bewässerung eines Gemüsefeldes instand und drehten einen Lehrfilm. Die gemeinsamen Projekte fördert eine Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Der Gegenbesuch der elf Mosambikaner ist geprägt vom freundschaftlichen Miteinander: Die ersten Tage in Hamburg verbrachten Gäste und Gastgeber zunächst bei Stadt- und Hafenrundfahrten. Heute standen Besuche im Hamburger Ausbildungszentrum (HAZ), in der Berufsschule 13 und in der Ausbildungswerkstatt von Gasnetz Hamburg auf dem Programm – und damit reichlich Zeit für gemeinsame Erinnerungen an die Zusammenarbeit in Mosambik. Zwar haben vor wenigen Tagen gewaltige Wirbelstürme das Land heimgesucht, doch die Heimat der Gäste blieb von der Naturkatastrophe verschont.

Inhambane ist eine Provinzhauptstadt mit rund 65.000 Einwohnern an der Ostküste Mosambiks. In einer kleinen Industrieschule lernen dort Schülerinnen und Schüler den Umgang mit Metallwerkstoffen. Rainer Mehl vom Hamburger Institut für Berufsbildung (HIB) sowie der Hamburger Berufschullehrer Andreas Schmidt pflegen gemeinsam schon seit vielen Jahren eine Partnerschaft mit der afrikanischen Schule. In Mosambik sind Mittel und Material knapp. Deshalb ist Improvisationstalent gefragt. Während der Reise im Jahr 2018 hat Schmidt seiner Klasse von Anlagenmechanikerinnen und -mechanikern vermittelt, wie Arbeiten auch ohne volle Nachschubregale und moderne Maschinen funktioniert. Gemeinsam mit den Schülern der Industrieschule Inhambane setzten seine angehenden Mechanikerinnen und Mechaniker dort defekte Infrastrukturen instand und drehten einen Lehrfilm über das Arbeiten an Drehbänken.  „Gemeinsam an einem Ziel arbeiten und die Hürden knapper Materialien mit kreativen Ideen überwinden“ – so beschreibt Lehrer Schmidt die Rahmenbedingungen bei den zweiwöchigen Arbeiten in Mosambik.

Es gibt weiterhin viel zu tun: Besucher und Gastgeber erörtern schon Pläne für neue Projekte. Für die Berufsschule 13, eine Schule für Anlagen und Konstruktionstechnik, sind solche Reisen eine Chance, berufliche Praxis und interkulturelle Erfahrung zu verknüpfen. Das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) hatte daher die deutsch-afrikanischen Schulpartnerschaften mit BMZ-Mitteln gefördert. Einen Zuschuss leistete Gasnetz Hamburg. Für Mosambik bedeutet der Austausch zugleich eine nachhaltige Selbsthilfe.  

„Für unsere Auszubildenden ist die Zusammenarbeit mit den afrikanischen Jugendlichen weit mehr als eine Abwechslung im Berufsalltag“, sagt OIiver Christiansen, Ausbildungsleiter bei Gasnetz Hamburg. „Während Auslandssemester für viele Studierende selbstverständlich sind, haben Auszubildende oft wenig Chance auf interkulturelle Erfahrungen. Wir möchten im Rahmen der internationalen Schulpartnerschaften auch angehenden Handwerkerinnen und Handwerkern die Möglichkeit bieten, andere Lebens- und Arbeitswelten kennenzulernen. Die Erfahrungen zeigen, wie wertvoll solche Erlebnisse für unsere Nachwuchskräfte sind.“

Mosambik-Delegation besucht Gasnetz Hamburg

Ausbilderin Rebecca Salomo (rechts) erläutert Messtechnik in der Ausbildungswerkstatt. In zweiter Reihe (von links) Ausbildungsleiter Oliver Christiansen von Gasnetz Hamburg und die Lehrer Jörn Rosenthal und Andreas Schmidt von der Hamburger Berufsschule 13.